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ATEX- und IECEx-Kennzeichnungen von Feuchtemessgeräten für Gefahrenbereiche interpretieren

Petrochemische Erdgasfabrik
Product Manager Sanna Lehtinen
Sanna Lehtinen
Produktmanagerin
Published: Jan 18, 2018
Industrielle Fertigung und Prozesse
Industrielle Messungen
Life-Science

Gefahrenbereiche sind Orte, an denen brennbare Flüssigkeiten, Gase oder Dämpfe oder brennbare Stäube in ausreichenden Mengen vorhanden sind, um unter normalen oder abnormalen Bedingungen eine Explosion oder einen Brand auszulösen. Typische Industrien oder Prozesse, die eine potenziell explosive Atmosphäre aufweisen können, umfassen Öl- und Gasbohrungen, petrochemische Raffination und Verarbeitung, Brennstofflagerung und Lackierung. Damit eine Explosion stattfinden kann, muss Brennstoff – zum Beispiel ein explosives Gas wie Wasserstoff – und ein Oxidationsmittel wie der Sauerstoff in der Luft vorhanden sein. Auch eine Zündenergiequelle wird benötigt, beispielsweise eine heiße Oberfläche oder ein elektrischer Funke.

Es ist nicht immer möglich, Sauerstoff oder Brennstoff aus der Atmosphäre zu entfernen. Dies führt zu einer sekundären Art des Explosionsschutzes, und zwar der Vermeidung von Zündquellen. Wenn Sie nur Ex-zertifizierte Geräte verwenden, werden die Hauptzündquellen eliminiert. Elektrische Geräte, die in Gefahrenbereichen montiert werden müssen, sollten speziell konstruiert und getestet sein, um sicherzustellen, dass sie aufgrund von gewölbten Kontakten oder hoher Oberflächentemperatur der Geräte keine Explosion auslösen. Alle Geräte, die für den Einsatz in Gefahrenbereichen zertifiziert sind, müssen mit Art und Grad des Schutzes gekennzeichnet sein.

Das Bild oben zeigt typische Ex-Kennzeichnungen, die auf Typenschildern moderner Ex-Messgeräte verwendet werden, die gemäß der EU-ATEX-Richtlinie zertifiziert sind. Die Kennzeichnungszeichenfolge kann in zwei Teile unterteilt werden, da der erste Teil gemäß der Richtlinie 2014/34/EU vorgeschrieben ist und nur Geräte mit ATEX-Zertifikat betrifft. ATEX ist für alle in der EU verkauften Geräte obligatorisch.

Der zweite Teil gilt sowohl für ATEX- als auch für IECEx-zertifizierte Geräte und ist in den Normen 60079-0 definiert, in denen die allgemeinen Anforderungen für Ex-Geräte festgelegt sind. Ein Typenschild kann sowohl ATEX- als auch IECEx-Zertifizierungen angeben, es ist jedoch möglich, dass ein Gerät jeweils ein eigenes Typenschild für ATEX und IECEx hat.

Neben ATEX/IECEX entspricht der Messwertgeber HMT360 den Klassifizierungen von FM (USA), CSA (Kanada), TIIS (Japan), PCEC (China) und TR CU (EAC: Russland, Kasachstan und Weißrussland). Diese weisen leicht unterschiedliche Produktkennzeichnungen auf.

Die Vaisala HUMICAP® Feuchte- und Temperaturmesswertgeber der Serie HMT360 eignen sich besonders zur Feuchtemessung in Gefahrenbereichen. Alle Sondenoptionen können selbst in den gefährlichsten Klassifizierungen sicher und zuverlässig betrieben werden. Die bewährte Leistungsfähigkeit und Technik der HMT360-Messwertgeber erfüllen die strengsten Anforderungen internationaler Standards.

Die Produktkennzeichnung der Vaisala HUMICAP HMT360 – der eigensicheren Feuchte- und Temperaturmesswertgeber-Serie für Gefahrenbereiche:

GAS: II 1 G Ex ia IIC T4 Ga
STAUB: II 1D Ex ta IIIC T500 80 °C Da

Das Obige bedeutet, dass der gesamte Messwertgeber HMT360 für Zone 0 für Gas und Zone 20 für Stäube ausgelegt ist. Beachten Sie, dass sowohl die Sonde als auch das Messwertgebergehäuse in Zone 0/20 installiert werden können. Natürlich kann er auch in Zone 1 oder Zone 2 installiert werden.

Die HMT360-Temperaturklasse ist T4 und die Explosionsgruppe IIC, was bedeutet, dass er in Bereichen verwendet werden kann, die fast alle Gase außer Schwefelkohlenstoff enthalten. Erfahren Sie mehr über das Produkt, und laden Sie die Tabelle der Kennzeichnungen in größerem Format unter www.vaisala.de/HMT360 herunter.

 

 

Mitwirkende:

Product Manager Sanna Lehtinen

Sanna Lehtinen

Produktmanagerin

Sanna Lehtinen ist Produktmanagerin bei Vaisala. Sie hat 20 Jahre als Elektronikentwicklerin bei führenden internationalen Hightech-Unternehmen gearbeitet und war im Produktmanagement im biowissenschaftlichen Bereich tätig.

Bei Vaisala ist Sanna Lehtinen für Produktqualität und Roadmapping verantwortlich. Sie analysiert Brancheninformationen, entwickelt führende Produkte für anspruchsvolle Kundenanforderungen und erstellt relevante Unterlagen für Kund*innen.

Sanna Lehtinen hat einen M.Sc.-Abschluss in Biomedizintechnik der Technischen Universität Tampere sowie einen M.Sc.-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften der Helsinki School of Economics.